Infos zur Schafwolle

Definition
Nach dem Textilkennzeichnungsgesetz ist Schurwolle Haar, das vom lebenden Tier gewonnen und erstmalig verarbeitet wird. Dagegen kann "reine Wolle" auch recycelte Reißwolle enthalten. Etwa 5 % der Weltfaserproduktion entfallen auf Schurwolle. Die Weltproduktion von gewaschener Schurwolle liegt bei etwa 1,6 Millionen Tonnen jährlich.


Historie
Schurwolle ist die älteste vom Menschen genutzte Faser überhaupt. Schon Jahrtausende vor Christus haben Ägypter und Chinesen Wollschafe gehalten. Bis zur Erfindung der Schere in der Eisenzeit wurde Wolle noch gerupft bzw. gepflückt.

Schurwolle wird heute gewonnen, indem das Wollkleid dem Schaf als Ganzes abgeschoren wird (Vlies). Nach dem Aussortieren und Waschen werden die Wollfasern zu Garnen versponnen, die dann weiter verarbeitet werden in der Weberei, Strickerei, Lodenherstellung etc.

Man unterscheidet verschiedene Qualitäten der Wolle.   WELCHE???

Wir beziehen unsere Wollprodukte größtenteils aus Portugal und Spanien und natürlich aus Deutschland.


Chemischer Aufbau
Die Wollfaser besteht aus Eiweißmolekülketten (Keratin) und ist ähnlich aufgebaut wie das menschliche Haar. Umgeben von Schuppen winden sich im Faserinneren spiralförmig Verbände dieser Eiweißmolekülketten (Fibrillen) umeinander. Die Einwirkung von Feuchtigkeit und Wärme bewirkt eine unterschiedliche Quellung der Fasern und führt somit zu einer Formveränderung. WELCHE???

 

Eigenschaften
Wolle ist temperaturausgleichend. Sie hält warm, da ihre natürlich gekräuselte Faser viel Luft einschließt, und gibt überschüssige Körperwärme an die kühlere Umgebung ab. Reine Schurwolle kann bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an dampfförmiger Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Gleichzeitig schützt die Faser dank ihres Lanolingehalts vor äußerer Nässe, denn sie lässt Wassertropfen an ihrer Oberfläche abperlen. Wolle lädt sich nicht elektrostatisch auf und zieht daher kaum Schmutz und Gerüche an. Ein Hauptvorzug der Wolle ist aber ihre hohe Spannkraft, die sie praktisch knitterfrei macht.


Die Pflege
Wolle ist in ihrem chemischen Aufbau dem menschlichen Haar sehr ähnlich. Daher sollte wie beim Haarewaschen auch eine möglichst sanfte Reinigung erfolgen. Wolle nimmt kaum Schmutz auf, die Schuppen an der Faseroberfläche stoßen Schmutz regelrecht ab. So muß Kleidung aus Wolle nur selten gewaschen werden, ein Lüften reich meist vollkommen aus. Müssen Wollartikel aber gewaschen werden, so ist naturbelassene Wolle grundsätzlich Handwäsche bei max. 30° C, dabei Temperatursprünge warm-kalt unbedingt vermeiden, damit die Wolle nicht schrumpft. Wolle ist überaus empfindlich gegenüber Laugen und damit auch Seife, deshalb zum Waschen ausschließlich Wollwaschmittel verwenden. Damit sie nicht verfilzt, sollte sie weder eingeweicht noch gerieben, gewringt oder gebürstet werden. Einfach leicht mit der Hand durchdrücken, und am besten liegend trocknen. Trocknen an der Sonne, auf der Heizung oder gar im Wäschetrockner sind tabu!

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